Edgars Lasenbergs im Playoff-Talk: “Traiskirchen hat die beste Atmosphäre der Liga”

Die druck.at Traiskirchen Lions starten in die entscheidende Phase der Saison und treffen im Playoff-Duell auf die Hefte Helfen Kapfenberg Bulls. Vor dem ersten Aufeinandertreffen spricht Schlüsselspieler Edgars Lasenbergs im Interview über die aktuelle Form, die Entwicklung des Teams und die Bedeutung der anstehenden Spiele.

Auch an dich zurerst die Frage, überraschen dich die Bulls auf dem ersten Patz? 

Das überrascht mich gar nicht. Man hat gesehen, dass in dieser Liga auch der achte Platz ins Finale kommen kann. Seitdem ich hier bin, habe ich das Gefühl, dass jedes Team oben mitspielen kann, solange es eine gute und konstante Saison spielt. Wir hatten auch einen Lauf von einigen Siegen in Folge, haben aber den Saisonstart verpatzt, das hat nicht gereicht.

Du hast mit den LIONS schon das Semifinale 2024 bestritten, was hat sich in der Liga seitdem geändert? 

Man hat auf jeden Fall bemerkt, dass eine neue Generation an Österreichern in die Liga gekommen ist. Ich glaube man sieht das in allen Teams, dass junge Spieler größere Rollen bekommen und große Schritte vorwärts machen. Besonders bei uns – Jamie, David, Erik, etc. – bekommen alle wichtige Einsatzminuten und sind schon jetzt Spieler auf hohem Niveau. Ich habe schon das Gefühl, dass die Teams damals mehr auf Legionäre gesetzt haben.

Viele sehen dich als Emotional-Leader der Mannschaft, wie würdest du selbst deine Rolle beschreiben? 

Ja eigentlich genauso. Ich weiß nicht woher es kommt, vielleicht hängt es mit meiner Nationalität zusammen. Lettland hat eine schwierige Vergangenheit, meine Eltern und Großeltern haben viel gelitten, aber sie haben gelernt zu kämpfen. Wir zeigen dadurch unsere Emotion und ich denke, dass es besonders wichtig ist, im Basketball auch emotional zu sein. Ich möchte vorangehen und ein gutes Beispiel für die Mitspieler sein, muss mich aber natürlich in besonders hitzigen Situationen auch kontrollieren können.

Die LIONS müssen im ersten Spiel auswärts antreten, worauf wird es in Kapfenberg ankommen? 

Ein Wort: Defense. Ich glaube in den Playoffs geht es viel weniger um die Offensive. Es ist wichtig, dass wir 40 Minuten konzentriert verteidigen. Und ich habe auch im Training gesehen, dass wir viel besser darin werden – jeder hilft dem Anderen aus, ein Fehler wird durch einen anderen Mitspieler korrigiert. Das ist besonders wichtig, weil wir müssen uns in der Verteidigung gegenseitig vollkommen vertrauen.

Nach einer kurzen Pause bist du wieder nach Traiskirchen zurückgekehrt, was bedeuten dir die LIONS mittlerweile?

Sehr viel. Ich bin mit meiner Frau hierher gekommen als sie schwanger war. Inzwischen möchte sie bei jedem Spiel dabei sein und ist ein großer Fan. Es fühlt sich nach nur zwei Jahren schon wie zu Hause an. Besonders bei Heimspielen will ich immer gewinnen, weil ich weiß, was die Ergebnisse für unsere Fans bedeuten. Man sieht einfach, dass die Leute hier für die LIONS leben und wir spielen genau für dieses Gefühl. Ich habe oft gehört, dass Mannschaften nicht gerne nach Traiskirchen kommen – zurecht – ich denke die Atmosphäre hier ist die beste der Liga.

 

Foto: basketball austria / martin proell